
ZDF-Moderatorin Gundula Gause spricht beim 12. Cahensly-Abend über Journalismus und gesellschaftlichem Zusammenhalt
- Posted by PPC-Limburg
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- Date 6. November 2026
ZDF-Moderatorin Gundula Gause spricht beim 12. Cahensly-Abend über Journalismus und gesellschaftlichem Zusammenhalt
Ein besonderer Gast, ein hochaktuelles Thema und ein ebenso informativer wie persönlicher Austausch: Zum 12. Cahensly-Abend konnte die Peter-Paul-Cahensly-Schule Limburg die bekannte ZDF-Nachrichtenjournalistin und Moderatorin des heute journals Gundula Gause begrüßen.
In der vollbesetzten Aula der Peter-Paul-Cahensly-Schule verfolgten zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sowie Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Beruflichen Gymnasiums ihren Vortrag zum Thema „Gesellschaftliches Miteinander in Zeiten des Umbruchs: Zur Bedeutung von Journalismus und Ehrenamt“.
Der Limburger Kaufmann und Sozialreformer Peter-Paul Cahensly, Namensgeber der Schule, setzte sich zeitlebens für das Gemeinwohl und die wirtschaftliche Entwicklung seiner Heimatregion ein. Sein gesellschaftliches Engagement bildet bis heute den Leitgedanken der Cahensly-Abende. Umso passender war die Themenwahl des diesjährigen Abends.
Der stellvertretende Schulleiter Sebastian Weimer begrüßte die Gäste und zeigte sich besonders erfreut, mit Gundula Gause eine profilierte Vertreterin des deutschen Nachrichtenjournalismus an der Schule willkommen heißen zu dürfen.
Journalismus gibt Orientierung
Seit inzwischen 37 Jahren arbeitet Gundula Gause beim ZDF. In dieser Zeit hat sie zahlreiche Veränderungen der Medienlandschaft erlebt – von den Anfängen des dualen Rundfunksystems über die Entwicklung des Privatfernsehens bis hin zur heutigen digitalen Medienwelt.
Gleich zu Beginn ihres Vortrags machte sie deutlich, vor welchen Herausforderungen der Journalismus angesichts einer immer schnelleren und komplexeren Welt steht. Krisen, Kriege, Konflikte und politische Auseinandersetzungen bestimmten einen großen Teil der täglichen Nachrichtenlage. Viele Menschen empfänden diese Nachrichtenflut inzwischen als überfordernd und zögen sich deshalb bewusst von der Berichterstattung zurück.
Dabei sei es gerade die Aufgabe des Journalismus, aus der Vielzahl der Ereignisse das Wesentliche herauszufiltern, Zusammenhänge herzustellen und Informationen verlässlich einzuordnen. Gundula Gause erläuterte, nach welchen Kriterien ein Ereignis überhaupt zur Nachricht werde: Aktualität, Relevanz, räumliche und gesellschaftliche Nähe, Konfliktpotenzial, Prominenz, Emotionalität und Überraschung spielten dabei eine wichtige Rolle.
Journalismus könne zwar niemals die gesamte Realität abbilden, müsse aber einen fundierten, den Fakten verpflichteten Ausschnitt der Wirklichkeit vermitteln. Gerade in einer Zeit, in der Informationen jederzeit und überall verfügbar seien, brauche die Gesellschaft eine verlässliche journalistische Einordnung.
Nachrichten zwischen Instagram und klassischen Medien
Besonders lebendig wurde der Abend beim Austausch mit den Schülerinnen und Schülern. Dabei ging es um eine Frage, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zunehmend beschäftigt: Wie lassen sich junge Menschen erreichen, die ihre Informationen überwiegend über soziale Netzwerke wie Instagram und TikTok beziehen?
Die Jugendlichen berichteten, dass sie Nachrichten häufig über kurze Videos und Reels wahrnehmen. Diese seien schnell verfügbar und ließen sich problemlos in den Alltag integrieren. Gleichzeitig wurde deutlich, dass gerade bei wichtigen und komplexen Themen die Bereitschaft, längere Beiträge anzuschauen oder ausführlichere Texte zu lesen, nicht selbstverständlich sei. Eine Schülerin betonte, wie wichtig es sei, junge Menschen authentisch anzusprechen. Sprache und Auftreten müssten natürlich wirken und dürften nicht den Eindruck erwecken, gezielt eine junge Zielgruppe bedienen zu wollen.
Im Ehrenamt findet man gute Nachrichten
Nach dem Blick auf die Herausforderungen des modernen Journalismus richtete Gundula Gause den Fokus auf einen Bereich, der ihr persönlich besonders am Herzen liegt: das ehrenamtliche Engagement.
Rund 30 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland freiwillig – im Sport, in Musikvereinen, Kindergärten, Schulen sowie in Alten- und Pflegeheimen. Für Gause ist dieses Engagement eine unverzichtbare Grundlage des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Sie erinnerte an den früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck, der das Ehrenamt einmal als „Kitt der Gesellschaft“ bezeichnet hatte. Anderen Menschen zu helfen, sei nicht nur für die Gemeinschaft von großer Bedeutung, sondern wirke sich auch positiv auf das eigene Wohlbefinden aus. Wer sich für andere einsetze, erfahre Sinn, Freude und das Gefühl, etwas bewirken zu können.
Besonders persönlich wurde die Journalistin, als sie erklärte, dass sie angesichts der vielen schlechten Nachrichten, mit denen sie sich beruflich täglich auseinandersetzen müsse, im Ehrenamt einen wichtigen Ausgleich finde: „Jeder Einzelne, der sich für etwas engagiert, ist eine gute Nachricht.“
Seit mehr als zwei Jahrzehnten engagiert sich Gundula Gause für das katholische Hilfswerk missio. Als Schirmherrin der Afrikatage setzt sie sich für Menschen in Afrika ein und macht auf soziale und ökologische Herausforderungen aufmerksam. Dazu gehören beispielsweise die Folgen des Elektroschrotts in Accra sowie die Unterstützung und Ausbildung von Ordensschwestern.
Dabei machte sie deutlich, dass das Leben in Wohlstand und Freiheit keine Selbstverständlichkeit sei. Eine solidarische Gesellschaft lebe davon, dass Menschen Verantwortung füreinander übernehmen und sich insbesondere für Kranke, Schwache und Benachteiligte einsetzen.
Ein Abend mit wichtigen Impulsen
Der 12. Cahensly-Abend bot den Gästen nicht nur interessante Einblicke in die Arbeit einer erfahrenen Nachrichtenjournalistin, sondern auch zahlreiche Denkanstöße zum gesellschaftlichen Miteinander. Die Diskussion mit den Jugendlichen zeigte, wie wichtig es ist, unterschiedliche Generationen miteinander ins Gespräch zu bringen und auch neue Wege der Informationsvermittlung zu suchen.
Gundula Gause gelang es, die großen Fragen unserer Zeit mit persönlichen Erfahrungen und konkreten Beispielen zu verbinden. Ihre zentrale Botschaft: In einer Welt voller Krisen und Unsicherheiten brauchen wir verlässlichen Journalismus, einen verantwortungsvollen Umgang mit neuen Technologien und Menschen, die sich aktiv für andere einsetzen.
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