
Erinnern, um nicht zu vergessen – Geschichtstag an der PPC-Schule
- Posted by PPC-Limburg
- Categories Blog
- Date 9. Februar 2026
Erinnern, um nicht zu vergessen – Geschichtstag an der PPC-Schule
Anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und des 81. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar, haben die Schülerinnen und Schüler der Geschichtskurse der Jahrgangsstufe 13 des Beruflichen Gymnasiums der Peter-Paul-Cahensly-Schule Limburg einen eindrucksvollen Geschichtstag gestaltet – einen Tag des Erinnerns, des Innehaltens und des bewussten Hinschauens.
Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Was sie dort vorfanden, übersteigt bis heute jede Vorstellungskraft. Auf dem Lagergelände lebten noch rund 7.000 völlig entkräftete Menschen – Überlebende eines beispiellosen Menschheitsverbrechens. Zwischen 1940 und 1945 wurden in Auschwitz mindestens 1,1 Millionen Menschen ermordet, die meisten von ihnen Juden. Sie wurden entrechtet, entmenschlicht, vergast, verbrannt. Andere starben an Hunger, Zwangsarbeit, Krankheiten oder durch brutale Gewalt. Auschwitz steht bis heute als Symbol für den nationalsozialistischen Rassenwahn und für das völlige Versagen von Menschlichkeit.
Als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und UNESCO-Projektschule sieht sich die Peter-Paul-Cahensly-Schule in besonderer Verantwortung, diese Erinnerung wachzuhalten. Der Geschichtstag war Ausdruck dieses Selbstverständnisses: Er machte deutlich, dass Erinnern keine Pflichtübung ist, sondern eine aktive Aufgabe – gerade für junge Menschen.
Ein besonders bewegender Schwerpunkt des Tages war ein Workshop zur Lebensgeschichte des Holocaust-Überlebenden Helmut „Sonny“ Sonneberg im Eintracht-Frankfurt-Museum. Der Workshop wurde von Matthias Thoma, Direktor des Eintracht-Museums, durchgeführt, der als „Zweitzeuge“ Sonnys Geschichte weiterträgt. Helmut Sonneberg, der im Februar 2023 im Alter von 91 Jahren verstarb, war kein berühmter Fußballspieler – und dennoch eine herausragende Persönlichkeit des Vereins Eintracht Frankfurt. Vor allem aber war er ein Mensch, dem als Kind alles genommen wurde: seine Kindheit, seine Sicherheit, seine Heimat.
Als 13-Jähriger wurde Sonny, Sohn jüdischer Eltern, nach Theresienstadt deportiert. Zuvor hatte er in seiner Heimatstadt Ausgrenzung, Demütigungen und Gewalt erlebt, durfte nicht mehr zur Schule gehen, musste den „Judenstern“ tragen. Als er im Mai 1945 von der Roten Armee befreit wurde, wog er keine 30 Kilogramm mehr. Und doch verlor er nie seinen Lebensmut. Jahrzehntelang schwieg er über das Erlebte – bis er sich entschloss, seine Geschichte weiterzugeben, um zu warnen und zu mahnen. Seine ruhigen, klaren und zugleich zutiefst berührenden Schilderungen haben Generationen von Zuhörenden geprägt und bleiben unvergessen.
Neben der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus beschäftigten sich weitere Geschichtskurse an der Schule mit einem weiteren historischen Spannungsfeld: der Spionage im Kalten Krieg. Ausgehend vom Film „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ setzten sich die Schülerinnen und Schüler kreativ und kritisch mit der Realität hinter der Filmhandlung auseinander. In Gruppen entwickelten sie Spiele, Quizformate und Informationsangebote zu Themen wie Desinformation, Propaganda, der Guillaume-Affäre oder dem Verhältnis von historischer Wahrheit und filmischer Darstellung. Die Ergebnisse zeigten eindrucksvoll, wie lebendig, reflektiert und verantwortungsbewusst junge Menschen heute mit Geschichte umgehen.
Der Geschichtstag machte eines deutlich: Erinnerung ist keine Sache der Vergangenheit. Sie ist eine Aufgabe der Gegenwart – und eine Verantwortung für die Zukunft. Die Schülerinnen und Schüler der Peter-Paul-Cahensly-Schule haben gezeigt, dass Geschichte berühren, aufrütteln und zum Handeln ermutigen kann.
Kontaktdaten:
Peter-Paul-Cahensly-Schule
Zeppelinstr. 39
65549 Limburg
Telefon 06431 9479-0
Telefax 06431 9479-42
Homepage www.ppc-schule.com
E-Mail sekretariat@ppc-schule.de




