
Abschied von zwei prägenden Persönlichkeiten der Peter-Paul-Cahensly-Schule
- Posted by PPC-Limburg
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- Date 1. Oktober 2026
Abschied von zwei prägenden Persönlichkeiten der Peter-Paul-Cahensly-Schule
Die Peter-Paul-Cahensly-Schule Limburg verabschiedet Schulleiter Detlef Winkler und seine Stellvertreterin Petra Schneider-Staiger
Es war ein Abschied, der zugleich Rückblick, Dank und Aufbruch war: Mit Oberstudien-direktor Detlef Winkler und Studiendirektorin Petra Schneider-Staiger verabschiedete die Peter-Paul-Cahensly-Schule in Limburg zwei Menschen, die die Entwicklung der Schule über viele Jahre entscheidend mitgeprägt haben. Entsprechend persönlich und herzlich fiel die Verabschiedung aus. Zwischen Würdigungen, Erinnerungen und musikalischen Beiträgen wurde deutlich, dass mit den beiden nicht einfach zwei Mitglieder der Schulleitung gehen – sondern zwei Persönlichkeiten, die Spuren hinterlassen haben.
Für Detlef Winkler hätte der berufliche Weg an der PPC kaum vielfältiger verlaufen können. Er wurde oft als das „Schweizer Taschenmesser des Kollegiums“ bezeichnet. Die Bezeichnung spielt nicht nur auf seine Vielseitigkeit an, sondern trifft einen Kern seiner beruflichen Laufbahn. Oder, wie es bei seiner Würdigung hieß: „Wo Detlef gebraucht wurde, hat er Verantwortung übernommen.“ Sein fachliches Repertoire war schon als Lehrer außergewöhnlich breit. Wirtschaftslehre/Rechnungswesen, Wirtschaftsinformatik, Sport, Katholische Religion und Deutsch gehörten zu seinen Lehrbefähigungen. Doch Winklers Wirken erschöpfte sich nie im Unterricht.
Seinen Weg an der Peter-Paul-Cahensly-Schule könnte man als eine Expedition beschreiben. Und so wurde in zahlreichen Ansprachen auf seine berufliche Entwicklung eingegangen, die auch als „Winkler-Expedition – vom Basislager zum Gipfelsturm der PPC“ bezeichnet wurde. Die Stationen dieser Expedition erzählen von stetig wachsender Verantwortung: Lehrer, Mentor, Fachkonferenzleiter, Fortbildner am Hessischen Institut für Lehrerbildung und Fortbildung (HILF), Oberstudienrat, Studiendirektor für Schulentwicklung, Qualitätsmanagement und die Schule für Erwachsene, stellvertretender Schulleiter und schließlich Schulleiter und Oberstudiendirektor.
Auch über die Grenzen der Limburger Schule hinaus setzte Winkler wichtige Impulse. Im Rahmen des Projekts „Selbstverantwortung+“ (SVplus) des Hessischen Kultusministeriums arbeitete er daran mit, beruflichen Schulen mehr Eigenständigkeit und größere Entscheidungsspielräume zu ermöglichen. Im Zentrum stand dabei die Veränderung der Lehr- und Lernkultur. Aus den Erfahrungen dieses Projekts entwickelte sich später das Konzept der Selbstverantwortlichen Beruflichen Schulen. Auch beim Qualitätsmanagement hinterließ Winkler deutliche Spuren. An der Entwicklung und Konzeption des Qualitätsmanagements an hessischen Schulen nach Q2E war er maßgeblich beteiligt. Im Auftrag des Staatlichen Schulamtes leitete er mehrere Jahre den Qualitätszirkel Schulentwicklung für berufliche Schulen. Schulentwicklung war für ihn damit keine abstrakte Verwaltungsaufgabe, sondern ein fortwährender Prozess, den er gemeinsam mit Menschen gestalten wollte.
Wertschätzung über die PPC hinaus
Wie sehr die Arbeit des Schulleiters auch außerhalb der eigenen Schule geschätzt wurde, zeigten die Würdigungen seiner Schulleiterkollegen. Ralf Abel von der Adolf-Reichwein-Schule und Stefan Laux von der Friedrich-Dessauer-Schule erinnerten an die gemeinsame Arbeit im Berufsschulzentrum Limburg. Auch Theresa Rhode, schulfachliche Aufsicht beim Staatlichen Schulamt für den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Limburg-Weilburg, würdigte die Zusammenarbeit mit Winkler.
Dann richtete sich der Blick auf Petra Schneider-Staiger – und damit auf eine Frau, die in der Peter-Paul-Cahensly-Schule ebenfalls eine ganz besondere Rolle einnahm. Sie wurde als „Herz der Schule“ bezeichnet. Ihre Fächer Wirtschaftslehre, Rechnungswesen und Mathematik begleiteten sie durch ihre Laufbahn. Als Mentorin, Fachleiterin und Abteilungsleiterin für das Berufliche Gymnasium und zuständig für die Schule für Erwachsene übernahm sie vielfältige Aufgaben und Verantwortung.
Doch ihre besondere Stärke lag offenbar darin, Menschen zusammenzubringen. Simone Ohl aus der Schulleitung beschrieb Schneider-Staiger als einen Menschen, der Ziele konsequent verfolgt, dabei aber niemals den Blick für das Miteinander verliert. Eine Vorgesetzte, die einbindet, statt auszugrenzen und Vertrauen nicht nur fordert, sondern auch schenkt. Gerade diese Verbindung aus Klarheit und Menschlichkeit habe sie ausgezeichnet. Es sei ihr gelungen, unterschiedliche Erwartungen und Zielvorstellungen miteinander in Einklang zu bringen: die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler, die Anliegen des Kollegiums, die eigenen pädagogischen und persönlichen Wertvorstellungen – und nicht zuletzt die oftmals engen äußeren Rahmenbedingungen. Besonnen, klar und zugleich stets dem Menschen zugewandt – so wurde ihre Arbeit gewürdigt.
Wie eng ihre Verbindung zu den Schülerinnen und Schülern war, zeigte ein besonders berührender Moment der Verabschiedung. Ehemalige Schülerinnen und Schüler ihrer Tutorengruppe aus dem Abiturjahrgang 2010 waren eigens gekommen, um ihrer früheren Tutorin ein kleines Geschenk zu überreichen. Mehr als 15 Jahre nach ihrem gemeinsamen Schulabschluss war die Verbundenheit noch immer spürbar. Ein kleines Geschenk wurde so zu einem großen Zeichen der Wertschätzung.
UNESCO als bleibendes Vermächtnis
Eine ihrer wichtigsten Spuren an der Peter-Paul-Cahensly-Schule trägt inzwischen sogar ein internationales Zeichen: UNESCO. Schneider-Staiger war maßgeblich an der Entwicklung der Schule zu einer UNESCO-Schule beteiligt. Seit Sommer 2021 gehört die PPC zum internationalen UNESCO-Schulnetzwerk. Im September dieses Jahres erreichte die Schule nun den höchsten Status als „anerkannte UNESCO-Projektschule“ und ist damit vollwertiges Mitglied des weltweiten Netzwerks ASPnet. Damit verbindet sich ein Bildungsverständnis, das weit über reine Wissensvermittlung hinausgeht. Weltoffenheit, Menschenrechte, Demokratiebildung und nachhaltiges Handeln stehen im Mittelpunkt. Die PPC ist inzwischen Teil eines weltweiten Netzwerks von rund 12.000 UNESCO-Projektschulen in 182 Ländern.
So passte auch dieser letzte berufliche Meilenstein zu Schneider-Staigers Wirken: Schule nicht nur als Ort des Lernens zu verstehen, sondern als Ort, an dem junge Menschen Orientierung gewinnen, Verantwortung übernehmen und ihren Blick über die Grenzen des Klassenzimmers hinaus richten.
Ganz ohne Musik wollte die Peter-Paul-Cahensly-Schule ihre beiden Führungskräfte schließlich nicht ziehen lassen. Für einen beschwingten musikalischen Akzent sorgte die Band „JUKEBOX“ der Lebenshilfe Limburg Diez. Auch der Lehrerchor steuerte Liedvorträge bei. So wurde aus der offiziellen Verabschiedung ein persönlicher Nachmittag, bei dem gelacht, erinnert und sicher auch die eine oder andere Träne verdrückt wurde.
Kontaktdaten:
Peter-Paul-Cahensly-Schule
Zeppelinstr. 39
65549 Limburg
Telefon 06431 9479-0
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